Diagnostik

Meist ist sich der Betroffene seiner Problematik nicht bewußt, er wird vom Lebenspartner darauf aufmerksam gemacht und gebeten, einen Arzt aufzusuchen.

Die Verteilung der schlafbedingten Atmungsstörungen in der Bevölkerung ist nicht gleichmäßig. Am häufigsten kommt die Erkrankung beim männlichen Geschlecht vor, meist im 4. – 5. Lebensjahrzehnt, darüber hinaus fördert Übergewichtigkeit das Auftreten der Schlafapnoen. Im geringerem Ausmaß sind Frauen betroffen, seltener Kinder.

Die Diagnostik wird in mehreren Stufen durchgeführt. Die ersten beiden Stufen beinhalten die Beantwortung eines speziellen Fragebogens bzw. die Untersuchung durch den HNO – Arzt, Lungenfacharzt, Neurologen oder eines mit der Schlafmedizin befaßten Arztes. Wird die Diagnose „Obstruktives Schnarchen” (UARS) oder „Schlafapnoe” gestellt, wird mit einer apparativen Methode nachts das Schlaf- und Atmungsverhalten überprüft (ambulantes Sreening). Dies geschieht zu Hause. Liegt die Notwendigkeit einer weitergehenden Untersuchung vor, muß das Schlaflabor aufgesucht werden. Hier wird in einer zwei- / dreitägigen nächtlichen Untersuchung die genaue Diagnose gestellt. Während des Schlafens werden beim Patienten diverse Daten gesammelt, die über Art und Ausmaß der Schlafstörungen Auskunft geben. Es werden Informationen über Hirnströme (Schlafstadien), Augenbewegungen (REM Schlaf), Bewegungen von Kinn- und Beinmuskulatur (Muskelaktivität), Schlaflage (Seiten- oder Rückenlage), Bewegungen von Brust und Bauch (Atemanstregungen), Herzaktionen, Luftfluß, Sauerstoffgehalt des Blutes und Schnarchgeräusche zusammen getragen. Handelt es sich bei der Diagnose um eine w.o. beschriebene obstruktive Schlafapnoe oder um ein obstruktives Schnarchen, also um einen Verschluß der Atemwege mit Durchschlafstörung, wird die therapeutische Empfehlung festgelegt (Schlafstörungen anderer Art werden hier nicht abgehandelt).

Was genau ist eine obstruktive Apnoe?

Unter einer obstruktiven Apnoe versteht man die Unterbrechung des Luftflusses (Atmung) von mehr als 10 Sekunden bei weitergehenden Atmungsbewegungen. Der Sauerstoffgehalt des Blutes nimmt ab.

Die Vorstufe einer obstruktiven Apnoe ist die obstruktive Hypnoe. Hier ist der Luftfluß nicht vollständig unterbrochen, sondern nur um mehr als die Hälfte reduziert. Auch hier ist der Sauerstoffgehalt des Blutes abnehmend.

Zählt man die obstruktiven Apnoen und Hypnoen pro Stunde zusammen, erhält man den Schweregrad der Erkrankungen. Beträgt die Anzahl (oder auch Index genannt) mehr als 10-15 / h, spricht man von einer mittleren Ausprägung, über 30 / h beginnt die schwere Form der Schlafapnoe.