Zahnärztliche Therapie

In enger Zusammenarbeit mit den überweisenden Ärzten können in Schlafmedizin ausgebildete Zahnärzte Hilfe in der Behandlung der schlafbedingten Atemstörungen anbieten. Voraussetzung ist die genaue ärztliche Diagnose und die Therapieempfehlung des Schlafmediziners. Sehr wichtig ist nach dem Einsetzen der Behandlungsgeräte die Erfolgskontrolle durch den überweisenden Arzt.

Zum Therapiespektrum gehört die Behandlung mit sog. Schnarch- oder Apnoeschienen und durch den Kieferchirurgen vorzunehmende operative Veränderungen des knöchernen Gesichtsschädels.

Das Prinzip der zahnärztlichen/kieferchirurgischen Maßnahmen ist die Erweiterung des Rachenraumes zu Erleichterung der Luftströmung.

Es gibt grundsätzlich drei Schienentypen in ungefähr 40 unterschiedlichen Ausführungen. Welcher dieser Gerätetypen in welcher Ausführung verwandt wird, hängt vom Einzelfall ab. Der mit der Therapie vertraute zertifizierte Behandler wählt eines dieser Geräte aus, in enger Anlehnung an die Empfehlungen der Academy of Dental SIeep Medicine bzw. der amerikanischen Gesundheitsbehörde FDA (Food and Drug Association).

  • Liste FDA –

Dazu überprüft der Zahnarzt zunächst die Umsetzbarkeit der ärztlichen Therapie­empfehlung.

Untersucht werden:

Zahnstatus

Zahnbefund

Zahnhalteapparat

Kiefergelenksstörungen

Muskulatur

Bißlagebeziehung

Zungengröße

Neben der klinischen Untersuchung werden Situationsmodelle angefertigt und Röntgenuntersuchungen durchgeführt. Sehr wichtig ist die Kenntnis vom Ort des Verschlusses im Rachenraum. Alle Befunde gehören sorgfältig dokumentiert, um therapeutische Veränderungen und mögliche Nebeneffekte bewerten zu können.

Sind alle Untersuchungen durchgeführt, wird die Art des zu verwendenden Gerätes festgelegt. Es wird zunächst entschieden, ob ein Testgerät oder ein endgültiges Gerät eingesetzt wird. Bei den drei unterschiedlichen Typen wird die nächtliche

  1. Zungenlage
  2. Gaumensegellage
  3. Unterkieferlage beeinflußt.

Dies geschieht mit herausnehmbaren Schienen, auch Schnarch- oder Apnoeschienen genannt, die kieferorthopädischen Geräten gleichen.

Am häufigsten finden die Schienen Verwendung, die die Zungenlage beeinflussen, bzw. den Unterkiefer nach vorne schieben. Schienen, die das Gaumensegel anheben, werden nur in seltenen Fällen eingesetzt.

Der Zungenretainer TRD (Tongue Retaining Device) ist ein FDA von der amerikanischen Food and Drug Administration zugelassenes Gerät, das immer dann verwandt wird, wenn eine sehr große Zunge vorliegt, nur noch wenig oder keine Zähne mehr im Mund vorhanden sind oder der Patient Probleme mit dem Kiefergelenk hat. Die Zunge saugt sich bei diesen plastischen Geräten in eine Ausbuchtung (Bulb), bleibt während der Nacht in dieser vorwärtigen Position liegen und öffnet somit den Luftweg im Rachen. Darüber hinaus gibt es noch Schienen, die, meist im Oberkiefer eingesetzt, den Zungengrund mit einer Vorrichtung nach vorne drücken.

Schnarch- und Apnoeschienen / (MAD MandibularAcdvancing Devices, MRA Mandibular Repositioning Appliances / OPAP oral Pressure Appliances)

Bei diesen Geräten wird beabsichtigt, durch den Vorschub des Unterkiefers und durch Halten dieser vorgeschobenen Position während der Nacht, den Rachenraum zu vergrößern.

3D Abbild der Luftröhre

Die am Unterkiefer ansetzende Muskulatur läuft zum Zungenbein und strahlt in die Zunge ein. Über die Zunge führen andere Muskeln zum Gaumen und zum Rachen. Auch sind am Unterkiefer Bänder befestigt, an denen wiederum Muskeln ansetzen. Somit werden diese Strukturen beim Vorschub des Unterkiefers nach vorne orientiert; der Atemweg vergrößert sich, die Atmung ist erleichtert.

Neben diesem Effekt kann es auch zu unerwünschten Nebenwirkungen kommen, die zum Teil vorübergehend sind. Dazu zählen morgendliche/r

    - Mundtrockenheit

    - gestörter Zubiß

    - überempfindliche Zähne

    - verspannte Kaumuskulatur

    - Kiefergelenksprobleme

    - nächtlicher Speichelfluß.

Der auf die Behandlung nächtlicher Atemstörungen spezialisierte Zahnarzt sucht aus der Vielzahl der Schienen das für den vorliegenden Fall zweckmäßige Gerät aus. Wie zum Teil schon angeführt, liegen allen Geräten folgende Prinzipien zu Grunde:

    - Vorverlagerung des Unterkiefers

    - Halten dieser Unterkieferlage während der Nacht (Verankerung )

    - möglichst geringe Einengung des Zungenraumes

    - hoher Tragekomfort.

Diese Schienen werden individuell gefertigt oder sind konfektioniert im Handel erwerbbar. Individuell gefertigte Schienen (auch Esmarch-Orthesen = Kunstwort aus Orthopädie und Prothesen) gibt es in verschiedenen Ausführungen, von sehr einfachen bis hoch kompliziert aufgebauten Varianten.

Konfektionierte Schienen (OTC Geräte = over the counter Geräte) bestehen meist aus thermoelastischen Kunststoffen, sie eignen sich als Testgeräte. Der Kunststoff wird in kochendem Wasser oder in der Mikrowelle erwärmt und die Schiene im Mund den Zahnbögen angepaßt (boil and bite Geräte).

Für die individuellen Geräte fertigt der Zahnarzt nach vorheriger Abdrucknahme Modelle an. Dann legt der Behandler die Position des Unterkiefers zum Oberkiefer fest. Diese Position des Unterkiefers soll mittig sein und über die Hälfte des maximal möglichen Vorschubs des Kiefers betragen. Im Idealfall wird diese Position mit einem aufwendigen Übertragungssystem am Patienten bestimmt (Registrat). Je nach Art der Schiene erfolgt dann die Fertigung in zertifizierten Dentallaboren, zum Teil in den USA.

Für den Halt der Schienen im Mund, ihre Verankerung, sorgen Klammern oder plastische Materialien. Die Schienen werden entweder aus starren oder plastischen Kunststoff angefertigt, manchmal sind beide Materialien kombiniert.

In der Herstellung gibt es unterschiedliche Konstruktionen, manche Schnarch- und Apnoeschienen verbinden den Unterkiefer mit dem Oberkiefer starr, diese bestehen dann aus einem Block.
Die überwiegende Zahl der Schienen erlaubt es jedoch, den Unterkiefer über eine eingebaute Schraube oder über eingebaute Gelenke variabel zum Oberkiefer einzustellen, die Stellungsänderung geschieht meist von hinten nach vorne. Aufwendig angefertigte Schienen gestatten dem Patienten darüber hinaus, kleine Bewegungen des Unterkiefers nach rechts und links sowie nach oben und unten durchzuführen. Diese Schienen werden meist angewandt, wenn der Patient nachts mit den Zähnen knirscht.

Eine mögliche Heilung der Schlafapnoe erreicht man durch ein bimaxilläres rotation advancement. Weitere Infos dazu finden Sie hier: https://schlafpanoe.tv